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Bad Stebens Geschichte

Das Wappen des Marktes Bad Steben

Bad Stebens Wappen

Das Wappenbild zeigt in blau einen silbernen Brunnentempel, in dem aus einem goldenen Becken eine silberne, von dem goldenen Großbuchstaben "R" überhöhte Fontäne emporsteigt. Die ministerielle Zustimmung zur Führung dieses Wappens erhielt der Markt Bad Steben am 18. Juni 1953 (Nr. I B 1-3029 St/4).

Schon seit etwa 1810 führte die im April 1952 zum Markt erhobene Gemeinde Bad Steben als Symbol des Heilbades im Siegel die Darstellung des damals neuen Tempels, der sog. "Tempelquelle" im Empirestil. Das Siegelbild wurde von König Ludwig II. am 16. Mai 1871 als Gemeindewappen bestätigt. Da die einzige amtliche Abbildung verloren ging, hat das spätere Schrifttum das Wappen nicht berücksichtigt. In den Dienstsiegeln von 1871 bis 1930 erscheint der Rundtempel ohne Schildeinfassung auf einem Sockel, der mit dem Wort "Heilquelle" belegt ist. Gestützt auf im Jahre 1937 angefertigte Entwürfe erhielt das Gemeindewappen 1953 die jetzige Gestaltung. Dem Tempel mit der Fontäne wurde noch der Großbuchstabe "R" als Hinweis auf den Charakter Bad Steben als anerkanntes Radonbad hinzugefügt.

Die Wappenfarben spielen auf die Farben Bayerns an, zu dem der Ort seit 1810 gehört. Die gleichzeitig mit dem Wappen angenommene Gemeindefahne zeigt die Streifen gelb und blau.

Hier gehts direkt zum Bad Stebener Geschichtsverein: www.geschichte-steben.de

25.12.1374

Älteste urkundliche Erwähnung Stebens in einer Urkunde des Nürnberger Burggrafen Friedrich V., der zugunsten des Grafen Otto von Orlamünde auf die Lehenschaft der Kirche zu Steben und deren Filiale Naila verzichtet.

29.06.1414

Ein Erbteilungsvertrag der Orlamünder, deren Sitz die Burg im benachbarten Lichtenberg ist, gibt genauen Aufschluss über den Umfang der Herrschaft. Außer Lichtenberg umfasst sie die Dörfer Niedersteben (das heutige Bad Steben), Obersteben, Carlsgrün, Langenbach, Steinbach, Heinersberg, Geroldsgrün, Gerlas, Bobengrün, Thierbach "und die Schmieden und alles, was im Gericht und der Herrschaft gelegen und zum Schloss gehört, der Wald, alle Fischwasser und der Wildbann".

Um 1428

Sigismund von Orlamünde verkauft die Herrschaft Lichtenberg an Ritter Kaspar von Waldenfels, den hohenzollerischen Amtmann zu Hof. Damit beginnt die fast zweihundertjährige Herrschaft derer von Waldenfels.

1430

Um den Lichtmesstag sinkt Steben im Rahmen des Blitzfeldzugs Prokops vor den Hussiten in Schutt und Asche, nachdem es vorher geplündert worden war.

März 1444

Steben wird nach der erfolglosen Belagerung von Lichtenberg durch die Nürnberger während deren Rückzug verwüstet.

1444

Erste Nachrichten über die Stebener Mineralquelle. Es darf jedoch angenommen werden, dass das Wasser schon lange vorher wegen seines Kohlensäuregehaltes und seiner mineralischen Eigenschaften der Bevölkerung als Erfrischungsgetränk gedient hat.

1450 - 1550

Erste Hochblüte des Bergbaues im Frankenwald. Steben ist einer der Mittelpunkte der Erzgewinnung und -verhüttung.

Um 1510

Entstehung der Fresken in der Wehrkirche "St. Walburga". Nach zwischenzeitlicher Übermalung werden sie erst 1911 wiederentdeckt.

1528

Einführung der Reformation in Steben durch Markgraf Georg ("der Fromme"). Damit beginnt ein neuer Abschnitt auch in der Kirchengeschichte für Steben.

1553

Der Burggraf von Meißen und Oberkanzler der böhmischen Krone, Heinrich IV. Reuß von Plauen, erobert Lichtenberg und lässt bei seinem Abzug auch Steben niederbrennen sowie den Sauerbrunnen, in dessen Wasser er während der Belagerung gebadet hatte, verwüsten und zuschütten.

Um 1560

Zusätzlich zum Wiederaufbau von Steben haben die Bürger Baufron für die Wiederherstellung der Lichtenberger Burg zu leisten.

1565

Im Urbarium des Hans von Waldenfels (gestorben 1569) ist erstmals genaueres über Steben und seine Einwohner niedergeschrieben. Außer von Kirche und Pfarrhaus ist bereits von einem "Schulheußla" die Rede. Ferner bestehen 21 Bauernhöfe (5 größere, 8 mittlere und 8 kleine Anwesen) darunter einer mit Schmiede, eine Mühle und 15 "Hintersassen" (Anwesen der "Kleinen Leute")

1598

Beginn der Führung des Kirchenbuches

1611

Am Widerstand der Bevölkerung scheitert der Versuch, die Stebener und Lichtenberger zur Annahme der calvinistischen Lehre zu bewegen, obwohl dieser von den Pfarrern der beiden Orte ausgeht. Dadurch bleibt das lutherische Bekenntnis bis ins 19. Jahrhundert hinein das Alleinige.

1618

Die Teilherrschaft Lichtenberg - und damit Steben - geht für 80.000 Gulden in den Besitz des polnischen Fürsten Janusius von Radziwil, des Schwagers des hohenzollerischen Markgrafen Christian, über.

1622

Markgraf Christian erwirbt die Teilherrschaft Thierbach um 70.000 Gulden.

1628

Nach dem Tod Radziwils (1620) und der Wiederverheiratung seiner Witwe Elisabeth Sophia tritt Markgraf Christian in den Besitz der Herrschaft Lichtenberg ein, die fortan als markgräfisches Amt verwaltet wird. Damit werden die Hohenzollern, seit 1428 Landesherren, auch die Grundherren von Steben.

1634

Steben wird während des Dreißigjährigen Krieges schwer geplündert.

1636

Vierte Totalzerstörung Stebens. Kaiserliche Truppen lassen das Dorf in Flammen aufgehen.

1687

Johann Georg Layritz, Hofprediger und Geschichtsprofessor in Bayreuth, gibt eine Abhandlung über die Heilquellen im Fürstentum Kulmbach-Bayreuth heraus. Der überwiegende Teil der Ausführung ist Steben gewidmet.

1690

Veröffentlichung des ersten wissenschaftlichen Buches über die medizinische Wirkung der Stebener Mineralquelle durch den "Hochfürstlich Brandenburgischen Leib-, Hof- und Stadtmedikus" Dr. Gottfried Stein zu Bayreuth.

1729

Erste Erwähnung der zweiten Heilquelle.

1751

Alle Besitzrechte an den beiden Brunnen, die Markgraf Friedrich als Grundherren zustehen, werden für einen Preis von 306 Gulden an die Gemeinde übertragen.

1787

Der Kurbetrieb ist noch bescheiden: ganze 38 Räume können den Gästen geboten werden. Es erscheint der erste gedruckte "Wohnungsanzeiger".

1788

Fertigstellung des von Landeshauptmann Philipp Ludwig  von Weitershausen veranlassten ersten staatlichen Kurhotels, eines "Bad- und Traiteurhauses". Das Gebäude steht jedoch jahrelang leer, da Grundvoraussetzungen für die Aufnahme begüterter Gäste, wie Stallungen, nicht vorhanden sind und den Pächtern die Viehhaltung untersagt wird. 1796 wird das Haus dann Bergamtsgebäude.

1791

Ende der Herrschaft der Bayreuther Markgrafen: Karl Alexander dankt zugunsten des Königs von Preußen ab.

05.01.1792

Regierungsübernahme in den Fürstentümern durch König Friedrich Wilhelm II von Preußen. Sein Minister in Franken wird Karl August von Hardenberg, der die Aufgabe hat, die neuen Provinzen in den preußischen Staatsverband einzugliedern.

Juli 1792

Alexander von Humboldt (1769 - 1859), Bergassessor im preußischen Staatsdienst, erhält den Auftrag, die neuen Provinzen bergmännisch und geologisch zu untersuchen. Während seines Aufenthaltes (mit Unterbrechung bis 1796) wohnt er im markgräflichen Forsthaus in Steben bei Wildmeister Johann Leonhard Och. Humboldt verhilft durch sein Wirken dem Bergbau nochmals zu einem Aufschwung.  

November 1793

Humboldt gründet auf eigene Kosten die "Königlich Freie Bergschule zu Steben", um Bergleuten eine vertiefte Einsicht in Wesen und Zweck ihres Berufes zu vermitteln. Erster Lehrer an der Schule ist der junge Stebener Schichtmeister Georg Heinrich Spörl (1764 - 1830). 

Oktober 1806

Besetzung des Fürstentums Bayreuth durch Truppen Napoleons unter Marschall Soult. Steben kommt unter französischer Verwaltung.

28.02.1810

Im Staatsvertrag von Paris fällt die "Provinz Bayreuth", also auch Steben, an Bayern.

1827

Einführung von Moor als natürlichem Heilmittel durch den Arzt Dr. Ludwig Kunstmann, der im Sommer die Kurgäste betreut.

08.06.1832

Die Gemeinde Steben ist bereit, die Heilquellen an den bayerischen Staat zu verkaufen. In einer "Punctation" wird geregelt, dass durch Verbesserung und Erweiterung der Anlagen der gemeinnützige Gebrauch der Quellen erhöht werden soll. Als Kaufpreis werden 600 Gulden vereinbart. Steben wird "Königlich Bayerisches Staatsbad".

05.12.1834

Endgültiges Zustandekommen des Kaufvertrages über die Heilquellen.

1837

Einrichtung des ersten spezifischen Badegebäudes, einer massiv gebauten Wandelhalle.

1838

Fertigstellung des ersten Badehauses.

1842

Eröffnung des "Bayerischen Hofes", des ersten staatlichen Kurhotels.

Um 1850

Kurgäste aus Sachsen veranlassen die Anlage des Kurparks, der heutigen "Sachsenruh".

1851

Taufe der "Max-Marien-Quelle" anlässlich des Besuches des Königs Maximilian II und seiner Gemahlin Marie.

1852

Erste Apotheke des Ortes, zunächst im Humboldthaus.

1857

Das Bergamt in Steben wird aufgelöst. Kurze Zeit später kommt der Bergbau in der Gegend fast völlig zum Erliegen. Aufgrund des Ansteigens der Kurgastzahlen ist der Anbau von Gesellschaftsräumen am Badehaus nötig.

1860

Errichtung der katholischen Badkapelle.

1861

Steben wird in das Netz der Postanstalten einbezogen, indem es eine Hilfestelle ("Postexpedition") erhält. Der Ort hat rund 900 Einwohner.

Um 1870

Steben hat jährlich rund 600 Kurgäste. Bis 1913 steigt diese Zahl auf das Sechsfache.

11.01.1873

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Steben.

August 1877

Durch einen Großbrand wird das "Oberdorf" stark in Mitleidenschaft gezogen.

August 1880

Großbrand im "Unterdorf" (heutige Engelmannstraße).

1892

Eröffnung des zweiten, wesentlich größeren Kurhotels, dem "Parkhotel". 1902 kommt das "Parkschlösschen" als drittes staatliches Kurhotel hinzu.

1897

Eine moderne Wasserleitung wird eingerichtet.

01.06.1898

Bad Steben erhält durch die Verlängerung der Linie von Marxgrün einen eigenen Bahnhof.

1902

Beginn der Kanalisation.

1909

Einführung des elektrischen Lichts in Bad Steben. Das "Parkhotel" besitzt eine solche Anlage bereits seit 1892.

1910

Abbruch der alten Wandelhalle und Errichtung der Säulenwandelhalle mit integrierten Läden.

09.10.1910

Weihe der neuen, im Jugendstil errichteten, evangelischen Kirche (heute "Lutherkirche").

1911

Einweihung des Staatlichen Kurhauses.

1928

Durch Um- und Ausbau einer Spielzeugfabrik kommt die Gemeinde in den Besitz eines eigenen  Rathauses.

20.01.1929

Einweihung der ersten Skisprungschanze im "Leitenholz" zwischen Mordlau und Krötenmühle.

1933

Beginn der Asphaltierung des Ortsstraßennetzes.

06.06.1936

Eröffnung des Freischwimmbades.

1939

Bad Steben hat 1.325 Einwohner.

01.06.1946

Wiederaufnahme des durch den 2. Weltkrieg unterbrochenen Kurbetriebes.

22.04.1952

Bad Steben erhält die Bezeichnung "Markt".

1952/53

Errichtung des Badehauses II (heute "Humboldtbad").

04.02.1959

Eröffnung des "Sanatoriums Frankenwarte", der ersten Klinik des Ortes.

1961

Die Zahl der jährlichen Kurgäste steigt über 10.000. Der Ort hat jetzt 2.133 Einwohner.

1961/62

Bau der "Neuen Wandelhalle" (heute "Prinzregent-Luitpold-Saal").

22.09.1962

Inbetriebnahme der "Alexander-von-Humboldt-Volksschule".

16.06.1963

Weihe der neuen katholischen Kirche in der Badstraße.

02.02.1968

Eröffnung der Hotelpension "Zum Alten Bergamt" im wiedererrichteten Bergamtsgebäude in der Badstraße. Die Zweckbestimmung Weitershausens aus dem Jahre 1788 ist erreicht.

1971 - 1978

Im Zuge der Gebietsreform werden die ehemals selbstständigen Gemeinden Obersteben, Thierbach, Carlsgrün und Bobengrün nach Bad Steben eingemeindet.

12.03.1973

Inbetriebnahme des Ozon-Hallen-Bewegungsbades.

1974 - 1979

Neubau des Badehauses I ("Jean-Paul-Bad").

1981/82

Abbruch und Wiederaufbau des Klenzebaues.

1983 - 1985

Abbruch und Wiederaufbau des Staatlichen Kurhotels sowie Sanierung des "Parkschlösschens".

1988 - 1990

Sanierung der Säulenwandelhalle im Kurpark.

27.01.1990

Grenzübergang zur DDR an der Krötenmühle. Durch Einführung der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion mit der DDR werden der Grenzübergang und die Dienststelle Krötenmühle der Grenzpolizei ab 01.07.1990 - wie alle anderen - aufgelöst. 

1991 - 1994

Sanierung der Wehrkirche "St. Walburga".

30.07.1994

Eröffnung der ersten Fußgängerzone Friedrichstraße/Kirchstraße/Kirchgasse.

20.09.1994

Eröffnung des "Grafik Museum Stiftung Schreiner", des ersten Bad Stebener Museums und einzigen Spezialmuseums für osteuropäische Grafik in Deutschland.

19.06.1995

Eröffnung der zweiten Fußgängerzone Wenzstraße.

30.10.1995

Inbetriebnahme der Nordumgehung Bad Steben.

01.07.1997

Betriebsaufnahme der Bayer. Staatsbad Bad Steben GmbH. Bad Steben ist damit - nach Bad Reichenhall - das zweite "privatisierte" Bayerische Staatsbad. Der Markt Bad Steben ist zu 26% an der GmbH beteiligt.

10.06.1999

Erster Spatenstich für die Bayerische Spielbank Bad Steben.

23.03.2001

Eröffnung der Bayerischen Spielbank Bad Steben als neuntes Casino in Bayern und 49. Spielbank Deutschlands. Der imposante Neubau am Casinoplatz wurde geplant vom renommierten Hamburger Architekten Prof. Meinhard von Gerkan.

24.08.2004

Im Rahmen des Wettbewerbs "Unsere Stadt blüht auf" der Entente Florale Deutschland erringt Bad Steben eine Bronzemedaille.

17.12.2004

Eröffnung der "Neuen Therme Bad Steben" mit multifunktionalem Therapiebecken (einschl. Hubboden), Entspannungs-Sole-Außenbecken mit Strömungskanal, Resonanzturm, Pavillon des Hörens mit Light & Soundbecken, Pavillon des Fühlens mit Schieferdampfgrotte, Wasserfallduschen, finnische Saunalandschaft. Zahlreiche Wellnessangebote sowie "Nordic-Walking".